Glück ist keine Glücksache ...
Glück ist keine Glücksache ...

 

Grenzen überschreiten - 12. April 2019

 

Wieder einmal hat mich das Buch „Die Möwe Jonathan“ von Richard Bach tief beeindruckt. Es geht um eine Möwe, die sich nicht den Gewohnheiten und Mustern des Schwarms anschließen möchte, sondern FLIEGEN will, nichts als fliegen. Der Schwarm ordnet seine eigentlichen Fähigkeiten, fliegen zu können, dem Nahrungserwerb unter. Als Jonathan seine Flugkünste perfektioniert hat, kann er feststellen, dass er viel besser tauchen kann und nahrhafteren Fisch aus den Tiefen des Meeres hervorholen kann. Auch kann er sich vom Wind weit ins Land hineintragen lassen und dort Insekten fangen, die seine Artgenossen gar nicht kennen. Soweit der erste Teil des Buches.

Warum schreibe ich über ein Buch? Nun – das Buch gilt schon seit seinem Entstehen in der 70er Jahren als eine Parabel - was meinst Du, wofür?

 

Jonathan geht einen anderen Weg als die anderen, einen vollkommen neuen Weg. Und er stellt sich damit gegen den Rest seiner Welt. Er ist so ergriffen, so gepackt vom Fliegen, dass ihm alles andere auch bei weitem nicht so wichtig ist. Selbst die Zugehörigkeit zu seiner großen Familie gibt er auf, denn er kann einfach nicht sein, wie alle anderen, sich dem „Diktat der Massen“ und des reinen Überlebens unterordnen. Sein Drang zu forschen, Neues zu erfahren und sich selbst an seine Grenzen zu bringen treibt ihn an, verleiht ihm Mut und Kraft und auch Selbstvertrauen.

 

Wie oft ordnen wir uns diesem Diktat unter? Wie oft neigen wir dazu, unsere eigene Schönheit, unsere Größe, unser Licht nicht zu sehen – um des Dazugehörens willen?

Wir haben uns ein bisschen einlullen lassen von all den „das muss ich doch“, „das braucht man doch“, „das gehört sich doch“ und all den vielen anderen Muss.

 

Es geht hier nicht darum, mit Gewalt unkonventionell sein zu wollen. Es geht darum, das Herz zu spüren, wo es mich hinzieht. Meinem Herzen zu vertrauen, mich seiner liebevollen und immer wohlwollenden Führung anzuvertrauen und meinen Weg zu suchen und zu finden.

Jeder tut das auf seine Weise – alleine, verheiratet, mit und auch ohne Familie. Angestellt, selbständig, arbeitslos oder in kreativer Pause. Jeder dieser Wege hat seine vollkommene Richtigkeit – und natürlich hat auch jeder dieser Wege seine ganz eigenen Rahmenbedingungen.

 

Aber – da wir nun mal kein statisches gerahmtes Kunstwerk sind: wozu ist ein Rahmen da? Natürlich, um an seine Grenzen zu stoßen, auszutesten, wie weit kann ich gehen. Probieren, was kann ich verändern, damit ich mich wieder freier und nicht so ein-gepasst und statisch fühle? Ein Rahmen ist keine gottgegebene Begrenzung, wie das YouTube Video hier auch sehr amüsant zeigt. Rahmen sind dazu da, gesehen, gespürt, angenommen und dann hinterfragt und verändert zu werden.

 

Und vor allem sind wir alle – egal, was wir gerade tun – aufs Beste ausgestattet mit allen Fähigkeiten, um diese unsere Rahmen zu verändern: wir sind gesegnet mit Herz, mit Liebe, mit Mut, mit Neugier, mit der wundervollen Fähigkeit aufzustehen und weiterzugehen, wenn wir hingefallen sind. Ist das nicht großartig? Sind das nicht Gaben, die gelebt sein wollen?

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen wundervolle neue Erfahrungen mit der Welt und Euch selbst,

Katja
 

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