Hochsensitive Menschen

 

Es war wie eine Offenbarung, ein großes Aufatmen, eine Erleichterung, die mich erst einmal in Tränen ausbrechen liess. "Hochsensitivität" oder "Hochsensibilität", ich hatte bisher nichts davon gehört.
Eine gute Freundin machte mich auf das Thema aufmerksam, da sie im Internet über hochsensible Kinder gelesen hatte und sofort an meinen Sohn denken musste. Ich begann, selbst zu recherchieren und als ich Beschreibungen der Hochsensiblen Kinder las, war es tatsächlich, als ob ich über Jonas lesen würde - doch dazu später.
Zuerst einmal stellte sich mir die Frage, ob ich nicht selbst auch so gestrickt sein könnte ... schließlich suchen sich die Hochsensiblen Kinder (heute) oft Eltern, die ähnlich wie sie selbst sind. Ich fand einen guten
Test im Netz und fand damit auch die Bestätigung meiner Vermutung: ja, auch ich zähle zu den Hochsensiblen Menschen. Und plötzlich begann sich ein Puzzle in mir zusammen-zusetzen, dessen in meinem Kopf herumliegende Einzelteile mich schon seit Jahren verrückt gemacht haben; ich fand Erklärungen für eigene Verhaltens-weisen und konnte sie plötzlich einordnen, verstehen und vor allem: Akzeptieren!
Nein, ich bin nicht absonderlich, verrückt oder so etwas, ich bin empfindsam; es gibt keinen Grund, mir selbst Vorwürfe für bestimmte Verhaltensweisen zu machen, mich für manche Reaktionen zu verurteilen oder mich ständig "verbessern" oder verändern zu wollen. Ich bin gut so, wie ich bin!
Zu dem Thema kann man viele Bücher und viele Artikel im Internet finden. Mit diesem
Link findet Ihr den, der mich in der Kürze am meisten angesprochen hat und mir auch bezüglich des Verhaltens meines Sohnes die notwendigen Aufschlüsse und Informationen gegeben hat.

Es mag schon seltsam anmuten, dass "nur" eine Bezeichnung, eine Kategorie, eine Schublade so viel Erleichterung auslösen kann, doch mir ist es so gegangen - bezüglich meiner selbst und auch in der Beziehung zu meinem Sohn. Statistisch gesehen sind es etwa 15% der Erwachsenen, die als Hochsensitiv gelten, bei Kindern vermute ich eine weitaus höhere, aber nicht erkannte Zahl - die Indigokinder, die Kinder der Neuen Zeit, die Lichtkinder. Bei vielen Müttern, die spirituell sind, habe ich feststellen düfen, dass sie ganz klar eine Ahnung davon haben, dass ihr Kind "besonders" ist. Doch - ähnlich wie bei mir - kommt das spirituelle Bild vom Kind nicht in Einklang mit der Realität: das Kind flippt aus, kann von einer Sekunde auf die andere total zornig werden (und umgekehrt), ist unglaublich empfindlich mit Licht, Lärm, vielen Menschen usw. usw. usw. Warum tut das Kind das? Was habe ich falsch gemacht? Genauso wie ich sind die Mütter der festen Überzeugung, sie hätten in der Erziehung versagt, "könnten" es nicht gut genug, machen sich ständig Vorwürfe über ihr ungenügendes Mutter-Sein ... usw. usw. usw. Sie glauben, es wären einfach alles Erziehungsfehler, was ihr Kind an Verhalten an den Tag legt: nicht streng genug, zu inkonsequent, nicht klar genug usw. usw. usw.
Mit dem Begriff der Hochsensitivät haben sich diese Zweifel und Fragen und Vorwürfe auf einmal in Luft aufgelöst. Ich durfte begreifen, dass mein Sohn nicht nur besondere (spirituelle) Fähigkeiten hat, sondern dass sich diese Empfind-samkeit - eigentlich völlig logisch!!! - auch im "wirklichen Leben" präsent zeigt und völlig unverständliche, extreme und oft schwer auszuhaltende Verhaltens-weisen hervorbringt. Ich weiß jetzt, dass es ganz und gar nicht meine Schuld ist, wie mein  Kind ist, wie es sich verhält, wie es mit seiner Umwelt interagiert - es entspringt völlig natürlich seinem eigenen Sein.

Das Erstaunliche daran ist, dass allein das Wissen darum ganz viele Dinge im Alltag plötzlich unendlich viel leichter gemacht hat. Bitte, liebe Eltern, bevor Ihr an Euch zweifelt und damit auch Zweifel in die Seele Eures Kindes setzt - prüft die Möglichkeit einer Hochsensitivität. Das Wissen darum löst natürlich nicht alle Schwierigkeiten, die da sein mögen, aber es entlastet - und das ist unwahrscheinlich wichtig!

Wie gesagt, es gibt viel Literatur, Internetseiten und Foren, die ich hier nicht alle nennen möchte; EINES jedoch ist mir noch sehr wichtig, Euch mitzugeben:
Hochsensitivität wird oft mit AD(H)S verwechselt, oft werden sogar Autismus und das Asperger-Syndrom ins Feld geführt. Viele Verhaltens- und Reaktions-weisen bei diesen Kindern sind aber auch zu erklären durch ein anders funktionierendes Zentralnervensystem. Sie verarbeiten Informationen anders, nehmen deutlich mehr aus ihrer Umwelt auf und können sich aufgrund der Eigenheiten ihres Nervensystems nicht gut abgrenzen. Bei ganz vielen dieser Kinder lässt sich eine KPU (Kryptopyrolurie) nachweisen, das ist eine Stoffwechselstörung, die die Aufnahme des wichtigen Vitamin-B-Komplexes verhindert / stört / schwächt. Die Vitamine aus der B-Gruppe helfen uns dabei, innerlich ruhig zu werden, sich zu (kon)zentrieren, wieder in die Mitte zu kommen und bei sich zu bleiben. Diese Störung ist denkbar leicht zu beheben: aus einem Urintest lässt sich die KPU feststellen und trifft sie zu, wird über einen längeren Zeitraum (ca. 6-12 Monate) ein spezieller hochdosierter Vitamin-B-Komplex eingenommen. Magnesium, Zink und Mangan dürfen dabei auch nicht fehlen. Schon allein dies kann die Welt verändern, eine 180° Drehung hervorrufen, blankes Staunen ....
Wir selbst haben dies mit unserem Sohn erlebt und die Veränderung war so drastisch - noch heute bin ich meiner Freundin dankbar, die mich damals auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht hat. Die Therapie mit einem KPU-Komplex hat den ersten Schritt in der Veränderung unseres (elterlichen und seines) Lebens bewirkt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die an KPU leiden, auch Hochsensitive sind, ist relativ hoch - bei uns war das der zweite Schritt.

Und so möchte ich an dieser Stelle jedem unserer Wegbegleiter danken, der im richtigen Moment das richtige gesagt hat und uns dabei unterstütz hat da zu sein, wo wir heute stehen! Danke!!!

 

Unten die pdf mit der Beschreibung der Vorgehensweise.

KPU Text 5-2017.pdf
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