Glück ist keine Glücksache ...
Glück ist keine Glücksache ...

Ängste - Sorgen - Vertrauen Freitag, 20. November 2020

 

Lange hat es gedauert, bis ich mich innerlich auf einen neuen Beitrag einlassen konnte und ich habe mich entschieden, ihn unter „Persönliches“ zu setzen und damit diese Rubrik wieder zu öffnen.

 

Ich habe das unbeschreibliche Glück, mit vielen, vielen Gleichgesinnten, mit Kolleginnen, mit spirituellen Menschen eng verbunden zu sein und viele von ihnen zu treffen oder in langen Gesprächen am Telefon zu hören. Damit zähle ich zu den glücklichen Menschen, die eine innige Verbundenheit zu Menschen haben, die sich – jeder auf seine Weise – mit den Ereignissen der Tage befassen und die alle ihre ganz eigene spirituelle / bewusste Herangehensweise haben. Uns alle verbindet miteinander das Wissen, dass „am Ende alles gut wird“, dass all das, was gerade geschieht, notwendig ist, um einen Bewusstwerdungsprozess anzustoßen – bei vielen, vielen Menschen. Ich spreche hier von dem Bewusstsein, das wir als Menschen verkörpern, das Bewusstsein, das schöpft, kreiert, das sein Außen erschafft und sein Leben selbst gestaltet.

Wir haben vergessen, WER wir sind, WAS wir bewirken können und wessen WIR mächtig sind – jeder Einzelne von uns. Das Spiel, das gerade gesellschaftlich-politisch spielen – es ist nicht neu. Vielmehr spielen wir das seit hunderten, wenn nicht tausenden von Jahren und dies – wohlgemerkt! - immer mit dem Einverständnis und dem Wissen unserer Seele. Wir haben die Erlaubnis gegeben, dass all diese Verstrickungen erschaffen wurden, damit wir und unser Geist uns darin verfangen konnten. Dies natürlich zu einem höheren Zweck, nämlich, um herauszufinden:

Schaffen wir es, uns kraft unseres Bewusstseins zu befreien? Was braucht es, dass wir unsere innere Kraft wieder ent-decken und unser Licht zum Strahlen bringen?

 

Wir hier zählen zu den Privilegierten dieser Welt – wir haben nicht nur immer etwas zu essen, ein Dach über dem Kopf und eine Heizung. Jede(r) von Euch kann lesen und schreiben und besitzt so viel, dass sie/er sich einen PC oder ein Smartphone oder gar beides leisten kann.

Wir hier haben uns aber auch einlullen lassen; der Konsum hat uns auf eine sehr materielle Ebene runterge“dimmt“ und wir alle haben gründlich vergessen, wer wir sind und was in uns schlummert.

 

Corona hat uns eine wunderbare Gelegenheit geschenkt: die Herausforderung, uns auf die Suche nach uns selbst zu machen. Die Aufforderung, uns unseren Ängsten zu stellen. Die Einladung, tief in uns das Licht zu finden, uns selbst auszuleuchten und herauszufinden: Welche Werte sind mir wichtig? Was ist es, was ich in das Menschheitsfeld geben möchte? Und wie kann ich das tun?

Wir bekommen die Gelegenheit, uns aus unserem Kokon herausschälen zu können und uns einzulassen auf all das, was dann auf uns hereinprasselt.

Wir haben die Möglichkeit, uns nicht mehr im HABEN zu ergötzen, sondern im SEIN. Und viele von uns begreifen, dass es höchste Zeit ist, wieder zu sein. In Beziehung zu sein, verbunden zu sein, sich berühren zu lassen, ein helles Licht, eine Flamme zu sein und andere Menschen in ihrem SEIN zu berühren, zu SEIN – nicht mehr und nicht weniger.

Das HABEN hat uns stumpf gemacht, wir haben vergessen, was wir können und sind und jetzt stellen wir fest, dass das Haben uns weder sicherer fühlen lässt noch uns wahre Freiheit schenkt und wir uns darüber auch ganz und gar nicht mit anderen Menschen verbunden fühlen.

 

Aber eines weiß ich auch, so wahr ich hier sitze: der Perspektivwechsel versetzt uns in Angst, denn er verlangt von uns, dass wir aufhören zu erwarten, dass wir Sicherheit vom Außen bekommen, dass die Materie oder für uns verantwortliche Menschen uns sichern. Und ehrlich, so meine eigene Erfahrung, wenn diese (Schein)-Sicherheit wegbricht, wird zuerst einmal ein Abgrund offenbar: Wo bin ich? Was bin ich? Was wird aus mir? Wer hilft mir? Wer rettet mich? Warum wurde / werde ich so betrogen und belogen? Verzweiflung, Trauer, Angst ….

 

Irgendwann kommt der Punkt, an dem ich persönlich erkannt habe, er kann nur „oben“ sein – und dies erst einmal in dem Sinne, dass er auf einer höheren Ebene liegen muss als da, wo das Problem entstanden ist. (Ihr kennt das ja: Probleme lassen nicht auf der gleichen Ebene lösen, auf der sie entstanden sind). Es ist ein Prozess, ein Prozess mit Aufs und Abs und mit Tagen, an denen ich nur weinen wollte, wo mich die schiere Verzweiflung gepackt hat, an denen ich am liebsten nicht aufgestanden wäre. Doch die Tage wurden mehr, an denen ich die Sonne leuchten sehen konnte. Mich mit dem Licht verbunden habe. Und eine Art „höheren Plan“ erkennen durfte. Wie der aussieht? Nun – das ist nur meine persönliche Wahrheit, die ich aber gerne teile.

 

Ich nehme dazu gerne „Die Geschichte vom dicken haarigen Herrn Raupe“ von Kryon / Lee Carroll. Kurz zusammengefasst geht es um ein Gespräch zwischen dem Geist des Waldes und dem dicken Herrn Raupe, in dem der Geist der Raupe eröffnet, alle Raupen hätten ein wunderbares Geschenk, dass sie sich nämlich aus eigener Anstrengung in ein geflügeltes Geschöpf verwandeln könnten. Dass sie die unglaublichsten Farben hätten. Und der Geist des Waldes erklärt der Raupe, was er tun müsse, um sich zu verwandeln: „Er müsse wissen, worauf er sich einlasse, denn die Veränderung sei nicht mehr rückgängig zu machen … er erklärte, wie Herr Raupe im Kokon seine eigene Biologie dazu einsetzen würde, um sich in ein Geschöpf mit Flügeln zu verwandeln. Er erklärte, dass die Veränderung ein Opfer von ihm verlangen würde, eine Zeit der Stille in der Dunkelheit … bis alles soweit sein würde, die Reifeprüfung zu bestehen und zu einer wunderschönen, bunten, fliegenden Kreatur zu werden.“ Was, glaubst Du, wie die Entscheidung des Herrn Raupe ausfällt? Hier kommt sie: „Der Geist des Waldes führt Böses im Schilde. Er will uns mit Tricks dazu bringen, dass wir uns an einen dunklen, dunklen Ort begeben, wo wir mit Bestimmtheit sterben werden. Er will uns glauben machen, dass unser eigener Körper uns irgendwie in fliegende Raupen verwandeln wird – wir müssten damit lediglich für ein paar Monate mit dem Fressen aufhören! … Kein guter Geist wird Euch je irgendwohin bringen, wo es dunkel ist!“

Nun, Du kannst Dir vorstellen, wo Herr Raupe endet … fressend zwischen den Blättern – während über ihm Scharen leuchtend bunter, frei umherfliegender Raupen, Schmetterlinge genannt, im hellen Sonnenlicht von Baum zu Baum flattern und jeder von ihnen in den herrlichsten Farben des Regenbogens schillert….

 

Ich HABE mich getraut. Und ja, es war dunkel und auch heute schieben sich manchmal Wolken vor die Sonne. Und doch, selbst wenn ich den Prozess rückgängig machen könnte – ich würde es nicht tun. Ich lerne jeden Tag ein bisschen mehr, mich meinen Ängsten und Sorgen zu stellen und meine Entscheidungen so zu treffen, dass sie nicht mehr auf alten Erfahrungen und auf Ängsten basieren. Lee Carroll (kommentiert diese Parabeln immer) und schreibt dazu: „Ich Ihnen aufgefallen, dass der Geist des Waldes die Raupe bat, ETWAS ZU TUN, um den Beweis zu finden? Die alten Ansätze unterstützen Derartiges nicht. Früher wurden die Beweise immer von anderen erbracht und vorgelegt…“ – darum geht es: Wir sind an der Reihe, ETWAS ZU TUN, nämlich eine bewusste Entscheidung zu treffen, uns selbst zu ermächtigen und uns damit selbst zu finden… und damit die Welt wieder zu entdecken …

 

Es ist nicht immer leicht, ins Nichts (das nicht Planbare) hinein zu leben, nicht zu wissen, was kommt und was es mit mir machen wird. Es ist nicht immer leicht, eine Welle der Angst auf sich zurollen zu sehen und das Gefühl zu haben „Es ist alles vorbei! Es ist alles verloren!“

Aber – und hier kommt das schöne Aber: die Täler werden flacher und sie zu durchschreiten, geht schneller und immer schneller. Und ich vertraue – auf das Licht, auf den Sinn und die Sinnhaftigkeit dessen, was gerade geschieht und IMMER auf das gute Ende.

Die Dinge ändern sich, die Welt ändert sich, unser Sein ändert sich und es gibt in der Vergangenheit viele Markpunkte, die genau das, was derzeit geschieht, eingeläutet haben. Unser Bewusstsein verändert sich; die Menschheit erwacht; und wir besinnen uns auf das, was wir in Wirklichkeit sind und was uns alle miteinander verbindet: LIEBE!

 

___________________________

Die Geschichte vom dicken haarigen Herrn Raupe, zitiert aus Kryons Erzählungen, Seiten 24 – 34, Koha Verlag, 1. Auflage 2001

 

Ein für mich sehr wichtiges und vor allem tief heilsames Video möchte ich Euch gerne empfehlen:

Daniele Ganser, "Corona und die Angst"

(Am 29. Oktober 2020 kam der renommierte Schweizer Historiker & Friedensforscher Dr. Daniele Ganser für eine viel beachtete Vortragsreihe nach Wien. Wenige Tage vor der Verhängung des 2. Corona Lockdowns in Österreich entschloss sich Dr. Ganser aus aktuellem Anlass den Schwerpunkt seines Vortrags dem Thema des Jahres 2020 zu widmen: "Corona und die Angst" Zu Beginn benennt Dr. Ganser u. a. die zentralen 3 Ängste unter denen die Menschen weltweit 2020 gelitten haben und nun wieder massiv leiden: - Die Angst vor dem Coronavirus - Die Angst vor der Armut - Die Angst vor der Diktatur)

 

 

Newsletter / Texte abonnieren? Bitte hier klicken. Danke

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Philodialog

Buddha öffnete die Arme .... und entließ ein Meer von Blumen